Faltenkorrektur durch Injektion von Hyaluronsäure
Zur ästhetischen Behandlung von Falten im Gesicht kommen neben den klassischen chirurgischen Verfahren (z.B. Laserablationen, Straffungsoperationen, Dermabrasio etc.) andere weniger invasive Verfahren, insbesondere Injektion von Botulinumtoxin A und lokale Injektionen von Füllmaterialien in Betracht. Der Wunsch dauerhafter Faltenkorrektur führte zur Entwicklung nicht resorbierbarer Füllmaterialien z.B. Polymethylmethacrylat (Acrylperlen), Silikonmikropartikel etc. Die Behandlungsergebnisse sind dauerhaft, in seltenen Fällen kann es zu granulomatösen Fremdkörperreaktionen (Knotenbildung), Verschiebung des Materials (Dislokationen) und damit zu unbefriedigenden kosmetischen Ergebnissen kommen.
Resorbierbare Biomaterialien (Eigenfett, Kollagen, Hyalorunsäure) werden im Körper langsam wieder abgebaut und verlieren nach einer bestimmten Zeit ihre Wirksamkeit. Sie weisen jedoch eine geringere Komplikationsrate auf. Unbefriedigende kosmetische Ergebnisse, Überkorrekturen und Unverträglichkeiten sind reversibel (nicht dauerhaft).
Der zunehmende Einsatz resorbierbarer Füllmaterialien ist also auf die hohe Sicherheit und geringe Komplikationsrate zurückzuführen.
Was ist Hyaluronsäure?
Hyaluronsäure kommt in allen lebenden Organismen chemisch identisch vor und besitzt daher keine immunologischen Eigenschaften. Aus diesem Grund muß kein Hauttest vor der Behandlung durchgeführt werden. Hyaluronsäure ist ein Polysaccharid und ist aufgrund ihrer hohen Wasserbindungskapazität maßgeblich am Volumenaufbau, am Spannungszustand der Haut und an der Elastizität beteiligt. Als wesentlicher Bestandteil der Synovialflüssigkeit (Gelenke) wird durch sie die Gleitfähigkeit der Gewebe gefördert. Sie ist weiterhin Bestandteil des Glaskörpers des Kammerwassers des Auges sowie der Tränenflüssigkeit. Anfang der 1980er Jahre wurde die Hyaluronsäure zur Anwendung in der Augenheilkunde und der Orthopädie zugelassen.
Die Hyaluronsäure wird entweder biotechnologisch durch Fermentation in Bakterienkulturen hergestellt oder durch Extraktion aus tierischem Gewebe (Hahnenkämmen) gewonnen.
Hyaluronsäure eignet sich zur Behandlung von Falten und Fältchen im Gesicht (Zornesfalten, Krähenfüße, Lachfalten, Stirnfalten), kleinen eingesunkenen Narben z.B. Aknenarben. Die Injektion von Hyaluronsäure ist nicht schmerzlos. Die Anwendung von Anästhesiecremes oder Leitungsanästhesie (Mundbereich) kann je nach zu behandelnder Region vorteilhaft sein.
Durchführung
Die Injektion des Hyaluronsäuregels erfolgt direkt mit einer sehr feinen Nadel in die Haut. Einzelne Injektionen können schmerzhaft empfunden werden. Auf Wunsch kann eine Anästhesiecreme oder örtliche Betäubung angewendet werden. Der behandelte Bereich wird in der Regel anschließend leicht massiert, um das implantierte Material den Konturen des umgebenden Gewebes anzupassen. Ist der Injektionsbereich geschwollen kann er nach der Behandlung kurz gekühlt werden. Es ist möglich, daß mehrere Sitzungen notwendig sind, um das gewünschte Resultat zu erhalten. Ein Kontrolltermin in 2-4 Wochen wird daher empfohlen.
Wirkungsdauer
Die Wirkungsdauer ist individuell verschieden: In der Regel beträgt sie 6-12 Monate. Die klinische Erfahrung hat ergeben, daß eine Auffrischungsbehandlung die Dauer des Behandlungseffektes verlängert. In einigen Fällen ist auch eine Vorbehandlung mit Botulinumtoxin A sinnvoll. So ist z.B. die Gabellaregion - hier enstehen die sogenannten Zornesfalten - durch starke Muskulatur gekennzeichnet, die die Wirkungsdauer von Hyaluronsäure verkürzen kann. Durch verminderte Aktivität der mimischen Muskulatur im Glabellabereich kann das kosmetische Ergebnis und die Wirkungsdauer unter Umständen deutlich verbessert werden. Andere Verfahren wie Laserbehandlungen oder chemische Peeling Verfahren sollten ca. 6 Monate vorher abgeschlossen sein.
Welche Alternativen gibt es?
Schälkuren:
Mit einem chemical peeling sowie Laser-OP (Resurfacing) kann eine straffere Haut, eine Glättung der Hautfalten und Aknenarben, sowie insgesamt ein frischeres Aussehen erreicht werden.
Botulinumtoxin A:
Die Injektion von Botulinumtoxin A schwächt vorübergehend den Muskel in seiner Aktivität. Die Falten, die sich durch die Aktivität der mimischen Muskulatur ausbilden (Zornesfalten, Stirnfalten, Krähenfüße) werden durch Injektion von Botulinumtoxin A geglättet und verschwinden.
Eine Unterfütterung mit Fillersubstanzen im Anschluß an die Ruhigstellung durch Botulinumtoxin A kann in vielen Fällen weitaus bessere Ergebnisse erzielen, als die Fillersubstanz alleine.